
Ladeburg (sm) – Der Beginn einer ganz besonderen Sommerreise.
Es gibt Orte, die liegen nur wenige Kilometer von zu Hause entfernt und trotzdem nimmt man sich viel zu selten Zeit, sie wirklich kennenzulernen.
Für mich ist Ladeburg so ein Ort.
Seit ich mit meiner kleinen Vespa, Bienchen, unterwegs bin, führt mich mein Weg immer wieder hierher. Manchmal bleibe ich nur für eine halbe Stunde. Manchmal sitze ich länger am Dorfteich, beobachte das Wasser und lasse meine Gedanken wandern. Genau dort entstehen oft die besten Ideen.
In diesem Sommer möchte ich den Barnim auf eine neue Weise erleben. Nicht möglichst viele Ausflugsziele abhaken, sondern Orte kennenlernen, ihre Geschichte verstehen und zeigen, was man heute noch davon entdecken kann.
Den Anfang macht Ladeburg.
In den nächsten Wochen nehme ich dich mit zu historischen Gebäuden, besonderen Plätzen und kleinen Geschichten, die dieses Dorf bis heute prägen. Mal besuchen wir die alte Kirche, mal einen traditionsreichen Pferdehof, mal ein gemütliches Landgasthaus oder einen stillen Platz am Dorfteich.
Immer mit der Frage:
Welche Geschichte steckt dahinter und was kannst du heute noch davon erleben?
Den Auftakt macht ein Gebäude, das seit fast 800 Jahren das Ortsbild prägt.
Teil 1: Die Dorfkirche von Ladeburg
Schon von Weitem fällt sie ins Auge. Mitten im alten Dorfkern erhebt sich die Feldsteinkirche von Ladeburg. Sie wurde um das Jahr 1230 erbaut und gehört damit zu den ältesten Bauwerken der Region.
Besonders beeindruckt hat mich ihr Dachstuhl. Er stammt aus dem Jahr 1414 und zählt zu den ältesten erhaltenen Dachkonstruktionen Brandenburgs. Erst vor wenigen Jahren wurde er aufwendig restauriert.
Beim Rundgang lohnt sich ein genauer Blick auf die Priesterpforte an der Nordseite. Sie ist mit Rüdersdorfer Kalkstein eingefasst und zeigt feine Verzierungen mit Rosen, Lilien und weiteren Ornamenten. Ein kleines Detail, an dem viele Besucher vorbeigehen, obwohl es viel über die Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte erzählt.






Auch der Kirchturm blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich stand er auf der Ostseite der Kirche. Daher erhielt Ladeburg einst den scherzhaften Beinamen „Verkehrt-Ladeburg“. Erst 1853 entstand der heutige Turm im Westen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Turmspitze, die Orgel und eine Glocke schwer beschädigt. Seit 2010 erklingt wieder eine neue Glocke über dem Dorf.
Rund um die Kirche liegt der historische Friedhof. Zwischen den alten Grabsteinen begegnen einem Familiennamen, die auf den Informationstafeln des historischen Rundgangs immer wieder auftauchen. Plötzlich werden aus Namen Menschen. Aus Geschichte werden Lebensgeschichten.
Je länger ich durch Ladeburg laufe, desto mehr wird mir bewusst:
Geschichte besteht nicht nur aus Jahreszahlen. Sie steckt in alten Mauern, verwitterten Grabsteinen und den Spuren, die Menschen hinterlassen haben. Man muss nur stehen bleiben und genau hinschauen.
Ich freue mich darauf, dich in den nächsten Wochen mit auf diese kleine Reise durch Ladeburg zu nehmen. Vielleicht sehen wir manche Orte danach mit ganz anderen Augen.
Kleiner Tipp zum Schluss:
Die Dorfkirche ist nicht nur ein Ort voller Geschichte, sondern auch heute noch ein lebendiger Treffpunkt. Der Förderverein organisiert regelmäßig Veranstaltungen. Schon am 5. Juli um 18 Uhr findet dort ein Swingkonzert mit „Chat Noir“ aus Berlin statt. Eine schöne Gelegenheit, Geschichte und Gegenwart an einem besonderen Ort miteinander zu verbinden.
Barnim auf zwei Rädern erleben
Geschichten, die geblieben sind. Orte, die du heute noch erleben kannst.
Bis zur nächsten kleinen Auszeit vor der Haustür.
Deine Silke und Bienchen 🛵
Beitragsbild ist KI-generiert.